Gottesdienst

Gottesdienstekalender              Gottesdienstplan

Liebe Leser,

in diesem Gemeindebrief ist Geist und Gemeinde, Kirche und Mitmachen das Thema. Wild und laut geht es zu, wenn die Bibel vom Geist Gottes erzählt. Als stürmische Winde, als loderndes Feuer, rauschendes Wasser und schnell ziehende Wolken wird er beschrieben. Bewegung, Energie, Kraft. Gottes Geist setzt in Bewegung, er treibt an, bringt in Beziehung zu Gott und entfacht Liebe und Solidarität untereinander. „Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel, wie von einem gewaltigen Sturm“ heißt es in der Pfingsterzählung in der Apostelgeschichte. Jeder hörte die Apostel in seiner eigenen Sprache, das war den meisten nicht geheuer.

Wir verstehen unter Geist etwas Vornehmes, Leises, Verstand, die Fähigkeit, klar zu denken und sich gut auszudrücken, das sind geistvolle Zeitgenossen. Gottes Geist zeigt sich anders, ist eine Gabe, die verwirrt, aber auch verändert und hoffen lässt. In der Schöpfungsgeschichte ist Gottes Geist die Kraft, die zunächst über dem Wasser schwebt, bevor die Entstehung des Lebens beginnt. Der Prophet Hesekiel sieht in einer Vision ein gruseliges Schlachtfeld voller Gebeine. Aber kaum fährt der Geist Gottes in die morschen Knochen, werden sie lebendig und stellen sich voller Tatendrang auf die Füße. Der heilige Geist transportiert etwas von Gott zum Menschen - Leidenschaft, Glaubenskraft, Sehnsucht. Im Geist ist Gott unter den Menschen gegenwärtig. Im Geist macht Gott sich klein, erfindet sich immer wieder neu, um nah am Menschen zu sein. Er weht, er wirkt, wo er will und taucht auf, wo wir ihn nicht vermuten. Und dennoch hat das immer etwas mit mir zu tun. Geist ist nicht nur für die anderen, auch und gerade für mich. Unter all dem, was ich erlebe, erleide, bestätigt oder auch infrage gestellt werde, ist immer ein Wirken Gottes und damit Geist.

 

Wo der Geist weht, sieht einer dich an, nimmt wahr, wer du bist, und seine Augen segnen dich fürs Leben. Wo der Geist weht, hört einer dir zu, sagt dich los von der Angst, und sein Wort spricht dich ins Freie.

 

Mit diesem Gedicht von Tina Wilms wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sommer

 

Pfarrer Reinhard Caesperlein