Gottesdienst

Liebe Leser!

Christus spricht: Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.

 

Jesus nimmt Abschied - Abschiedsmomente, unwiderruflich. Überschrieben mit einem großen Nie wieder. Nie wieder einander in die Augen sehen. Nie wieder Worte wechseln. Fragen, die ohne Antwort bleiben. Was bleibt? Wohin mit der Liebe, die noch gelebt werden wollte und will? Wohin mit den Worten, die gesagt werden und mit den Gesten die gezeigt werden wollen? In der Schlussszene im Matthäusevangelium wird uns vor Augen geführt, wie Jesus Abschied nimmt. Auch im Johannesevangelium ist das so, Jesus tröstet seine Jünger, bevor er sie verlässt, ihnen nicht mehr als Auferstandener begegnet.

 

Das wird ihre Trauer nicht verschwinden lassen. Sie lässt sich ja nicht überspringen, auch wenn sie nun eine andere Dimension hat als etwa am Karsamstag. Einen Leichnam ins Grab legen, das ist schwerer, als den lebendigen Jesus zu verabschieden. Aber er sollte halt immer da sein. Jesus weist den Weg. Ich bleibe, sagt er, auf eine andere Weise wie bisher. Wenn ihr miteinander esst und euch an mich erinnert, bin ich auch da. Eure liebevollen Worte, eure Gesten der Zärtlichkeit müssen nicht ins Leere gehen. Sie werden in euch wachsen und dann auch anderen Menschen zugute kommen.

 

Manches Mal spürt man, wie ein Mensch nah ist, auch wenn er gegangen ist. Immer noch kann ein Wort trösten, das er gesagt hat und manche Geste kann man direkt körperlich spüren. Dann ist es, als sei er noch einmal da.

 

„Ich bin bei euch alle Tage“, der Himmel, den Jesus verkündigte, hat ihn aufgenommen, er bleibt. Mitten unter uns. Tröstend und stärkend ist er eine Zusage an uns alle. Wir sollen dieses Bewusstsein weitertragen mit Worten und Gesten bis ans Ende der Welt. Das ist die zwischenmenschliche Seite dieser Worte, in allen Begegnungen und in allem, was wir gemeinsam in seinem Namen anpacken und umsetzen, ist er dabei.

 

Und der Himmel in seiner Weite und mit den vielgestaltigen Wolken soll uns immer daran erinnern, dass Jesus, der Auferstandene und Lebendige nie weiter von uns entfernt ist, als nur diesen Blick in die Weite. Wir kommen ihm mit unseren Worten im Gebet sehr nahe. Ich wünsche uns allen einen guten Sommer unter dem Segen Gottes.

 

Ihr Pfarrer Reinhard Caesperlein

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