Gottesdienst

Liebe Leser,
wenn Sie diesen Gemeindebrief in Händen halten, steht der Herbst schon vor der Tür, die meisten Arbeitnehmer sind schon vom Urlaub zurück. Mit den Bildern zu Beginn blicke ich zurück auf einen zünftigen Berggottesdienst, der 26 Posaunenchormitglieder sowie 65 Bergwanderer in die Allgäuer Alpen führte. „La Montanara“ Richtung Aggenstein ge-spielt, machte nicht nur alle Besucher in der Bergnatur andächtig, sondern ließ auch die anderen Wanderer stehen bleiben und zuhören.
Aber das ist nicht nur der Ausflug einiger an einem Sommersonntag. Bereits der griechische Dichter Pindar sagte: Viele Wege führen zu Gott, einer über die Berge.
Die Berge ragen über uns hinaus, sie deuten nach oben auf das Heilige. Bergwände stehen vor uns wie ein Dom, den Weltzeitalter gebaut haben. Die Berge demonstrieren das Bleibende. Das Ries und das Voralpenland haben sich schon in unserer Lebenszeit stark gewandelt. Dörfer und Städte wachsen, Verkehrsadern schlängeln sich immer breiter durch die Landschaft, aber die Berge haben keine Miene verzogen. Die Bergketten haben ihre Konturen nicht verändert. Hochwald und Jungwald wechseln, aber die Berge sehen immer noch so aus, wie sie die Steinzeitjäger beobachtet haben. Die Berge singen eine leise Strophe von der Ewigkeit.
Wir können in den Bergen erleben, dass das Herz Flügel verliehen bekommt. Es hebt sich über mein kleines Ich hinaus. Hier bewahrheitet sich der Psalm:
Der Herr ward meine Zuversicht, er führte mich aus ins Weite, er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

(Psalm 18, Vers 19)

Unseren Alltag erleben wir bisweilen als eng und festgefahren. Gerade die Natur führt uns weiter, wir empfinden, wie klein wir vor den Bergen sind oder wir genießen den Überblick, die schöne Aussicht von oben. Tiefer geht, wenn wir im Vertrauen gestärkt werden. Wir sind nicht dem brüchigen Zufall ausgeliefert, sondern gerade in dieser Weite der Berge wird glaubwürdiger, dass Gott in seiner Liebe diese Welt umfängt. Diese Gewissheit gilt es mit nach Hause zu nehmen.
Wünschen wir uns von Gemeinde zu Gemeinde, aber auch von Mensch zu Mensch, Gottes Begleitung in dieser Zeit.

 

Pfarrer Reinhard Caesperlein

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